Winweb

Würzen mit System

Täg­lich wer­den Ge­wür­ze für 30 ver­schie­de­ne Pro­duk­te mit IT-Un­ter­stüt­zung gemischt

Zur Rück­ver­fol­gung, Kal­ku­la­ti­on und auch bei der Her­stel­lung tra­di­tio­nel­ler Wurst­wa­ren – et­wa beim Wür­zen – setzt die Tor­ney Land­flei­sche­rei Prips­le­ben das ERP-Sys­tem win­web-food ein. Und für die 25 Fi­lia­len des Un­ter­neh­mens fun­giert die leis­tungs­fä­hi­ge Soft­ware als Bestell‑, In­for­ma­ti­ons- und Auswertungssystem.

In dem klei­nen Kühl­raum riecht es wie auf ei­nem ori­en­ta­li­schen Ba­sar: Pfef­fer, Ma­jo­ran, Kar­da­mom und Nel­ken stei­gen ei­nem in die Na­se. Nur der Flei­scher­meis­ter nimmt die wür­zi­ge Mix­tur in ih­rer gan­zen Viel­falt nicht mehr so be­wusst wahr, mischt er hier doch tag­täg­lich die Ge­wür­ze für die haus­ei­ge­nen Wurst­wa­ren zu­sam­men. „Un­se­re Wurst wird nicht mit fer­ti­gen Würz­mi­schun­gen her­ge­stellt, son­dern al­le Zu­ta­ten nach al­ten, tra­di­tio­nel­len Re­zep­ten zu­sam­men­ge­stellt, ab­ge­wo­gen und zum Wurst­brät da­zu­ge­ge­ben“, sagt Frank Weg­ner, ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter der Tor­ney Land­flei­sche­rei Prips­le­ben. Und nicht nur die pom­mer­schen Würs­te wer­den von Hand ge­würzt und vor Ort ge­kocht, auch die Sa­la­te der Land­flei­sche­rei wer­den ei­gen­hän­dig her­ge­stellt und in­di­vi­du­ell ge­würzt.
Dass das in ei­nem Be­trieb, der 72 ver­schie­de­ne Pro­duk­te her­stellt, nicht mehr oh­ne IT-Un­ter­stüt­zung geht, kann man sich vor­stel­len. „2007 ha­ben wir win­web-food ein­ge­führt, mit dem auch die Würz­mi­schun­gen für je­des Pro­dukt ge­wo­gen und kon­trol­liert wer­den“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Frank Weg­ner. Stim­me das Ge­wicht der Würz­mi­schung nicht mit dem zu wür­zen­den Pro­dukt über­ein, ge­be das Sys­tem ei­ne Feh­ler­mel­dung, er­klärt der 51-Jährige.

Alle Abläufe werden unterstützt

Na­tür­lich wird nicht nur das Wür­zen von der Soft­ware un­ter­stützt: In der Fleisch­zer­le­gung wer­den drei­mal in der Wo­che rund 100 Schwei­ne- und drei bis vier Rin­der­hälf­ten grob und fein zer­legt, por­tio­niert, über das ERP-Sys­tem eti­ket­tiert und hier do­ku­men­tiert. win­web-food bie­tet auch ei­ne Vor- und Nach­kal­ku­la­ti­on der Zer­le­ge­ar­ti­kel, um die De­ckungs­bei­trä­ge pro Ar­ti­kel er­mit­teln zu kön­nen. Gleich­zei­tig ist ei­ne kom­plet­te Ist-Er­fas­sung des Zer­le­ge­aus­gangs mög­lich, um die Zer­le­ge­er­geb­nis­se mit ei­nem Soll-Ist Ver­gleich der Aus­beu­te dar­zu­stel­len. So kann je­der­zeit der Roh­ertrag er­rech­net wer­den.
In der nach­fol­gen­den Kom­mis­sio­nie­rung wer­den die Be­stel­lun­gen der ein­zel­nen Fi­lia­len und Groß­kun­den auf dem Touch­screen an­ge­zeigt: Be­ar­bei­tungs­zei­le mit Ar­ti­kel, be­stell­te und be­ar­bei­te­te Men­ge so­wie Char­gen­num­mer. Pro­dukt für Pro­dukt wird die Be­stel­lung ab­ge­ar­bei­tet, bis die ge­wünsch­te Men­ge für den ent­spre­chen­den Kun­den er­reicht ist. Misst die Waa­ge am En­de ei­nen an­de­ren Wert als das vom ERP-Sys­tem er­rech­ne­te Ge­wicht, mel­det das Sys­tem ei­nen Feh­ler. So soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass ge­nau die be­stell­te Men­ge an die 25 Fi­lia­len aus­ge­lie­fert wird, von Ros­tock im Nord­wes­ten bis Pa­se­walk na­he der pol­ni­schen Gren­ze, wo­bei 15 Ge­schäf­te im Vor­kas­sen­be­reich von Net­to, Lidl und Kauf­land zu fin­den sind. Die drei Dis­coun­ter wer­den in der Re­gi­on eben­falls di­rekt mit Wurst­wa­ren und Sa­la­ten beliefert.

In der Kom­mis­sio­nie­rung wer­den die be­stell­ten Ar­ti­kel pro Fi­lia­le im Sys­tem auf­ge­ru­fen und zusammengepackt.

Filialen im Griff

Be­son­ders wich­tig ist Frank Weg­ner die Fi­li­al­aus­wer­tung, die bei Tor­ney zwei­glei­sig läuft: Zum ei­nen be­stellt je­de Fi­lia­le selbst, was fehlt und was nach­ge­lie­fert wer­den muss. Zum an­de­ren kön­nen auch die Mit­ar­bei­ter in der Zen­tra­le in Al­ten­trep­tow die Be­stän­de je­der Fi­lia­le zu je­dem Zeit­punkt ab­ru­fen und den Ab­ver­kauf nach­ver­fol­gen. Wird von ei­ner Wurst­sor­te bei­spiels­wei­se bald das Min­dest­halt­bar­keits­da­tum er­reicht, kann das Pro­dukt von der ei­nen in ei­ne an­de­re Fi­lia­le um­ge­la­gert oder ge­zielt als Son­der­an­ge­bot be­wor­ben wer­den.
Die Um­sät­ze der ein­zel­nen Fi­lia­len kon­trol­liert Weg­ner täg­lich und ver­gleicht Da­ten wie An­zahl und Um­satz pro Kun­de mit dem Vor­jah­res­tag. Auch Wer­be­kon­trol­len kön­nen mit der Fi­li­al­aus­wer­tung durch­ge­führt wer­den. Nicht zu­letzt misst das Sys­tem den Um­satz je Ver­käu­fer und er­rech­net dar­auf­hin die Prä­mie für den Mitarbeiter

„Noch nie war ei­ne IT-Um­stel­lung so pro­blem­los wie mit Win­web.“
Frank Weg­ner, Ge­schäfts­füh­rer Tor­ney Land­flei­sche­rei Pripsleben

In der Fi­li­al­aus­wer­tung er­fasst win­web-food un­ter an­de­rem den Um­satz ja Ver­käu­fe­rin und er­rech­net dar­aus de­ren Prämie.

Kalkulation auf Knopfdruck

Dar­über hin­aus nutzt Frank Weg­ner das Ma­nage­ment-In­fo-Sys­tem von win­web-food: Im Ein­kaufs­ma­nage­ment­sys­tem wer­den bei­spiels­wei­se die durch­schnitt­li­chen Ein­kaufs­prei­se mit den Zer­le­ge­prei­sen ver­gli­chen, im Ver­kaufs­ma­nage­ment­sys­tem kön­nen Durch­schnitts­prei­se im Ver­gleich zum Vor­jahr an­ge­zeigt wer­den und im La­ger­ma­nage­ment­sys­tem kann ge­nau nach­ge­hal­ten wer­den, wel­che Pro­duk­te in wel­chen Men­gen vor­han­den sind und wann wie­der zu­ge­kauft wer­den muss. „Be­son­ders oft ar­bei­te ich auch mit der Ver­triebs­we­ge­kal­ku­la­ti­on“, sagt Weg­ner. Hier er­rech­net das Sys­tem für al­le Kun­den, die nicht die ei­ge­nen Fi­lia­len sind, die Trans­port­kos­ten und stellt sie in Re­la­ti­on zu den je­wei­li­gen Kon­di­tio­nen: „So kann ich mir Um­satz und Ge­winn je Kun­de schnell und ein­fach dar­stel­len las­sen“, er­klärt Weg­ner, der trotz al­ler Zu­frie­den­heit im­mer mal wie­der den ein oder an­de­ren Ver­bes­se­rungs­vor­schlag für Win­web hat: „Ich woll­te ge­nau nach­voll­zie­hen kön­nen, wie bei­spiels­wei­se die Bock­wurst über al­le Ab­satz­ka­nä­le ge­lau­fen ist.“ Wo wur­den wie vie­le Würs­te ver­kauft, wie sah der Um­satz aus, wel­chen Ge­winn mach­ten sei­ne Fi­lia­len und da­ge­gen die Dis­coun­ter wie Net­to?
„Das The­ma ha­be ich dann bei Win­web an­ge­spro­chen – und es wur­de schnell ge­löst“, freut sich Frank Weg­ner. Die Da­ten der Fi­li­al­aus­wer­tung und des Ma­nage­ment-In­fo-Sys­tems, in dem die Kal­ku­la­ti­on der Groß­ab­neh­mer er­folgt, sind nun bei der Tor­ney Land­flei­sche­rei mit­ein­an­der ver­bun­den und Frank Weg­ner kann auf Knopf­druck ver­glei­chen, was er wis­sen will.

Kurzprofil: Torney Landfleischerei

Die Tor­ney Land­flei­sche­rei Prips­le­ben GmbH ge­hört zum Tor­ney Un­ter­neh­mer­ver­bund, eben­so wie die Tor­ney Milch und Fleisch e.G. und die Tor­ney Mut­ter­kuh GmbH mit ins­ge­samt rund 150 Mit­ar­bei­tern. Ge­mein­sam soll das Mot­to „vom Stall in die Pfan­ne“ um­ge­setzt und der Weg von der Her­stel­lung der Fut­ter­mit­tel und der Hal­tung von Rin­dern und Schwei­nen über die Ver­ar­bei­tung der Roh­stof­fe in der Pro­duk­ti­on bis hin zum Ver­kauf der Fleisch- und Wurst­wa­ren ab­ge­deckt wer­den.
1990 er­öff­ne­te die ers­te Metz­ge­rei in Prips­le­ben im Land­kreis Meck­len­bur­gi­sche Se­en­plat­te, in der selbst pro­du­zier­te Fleisch- und Wurst­wa­ren ver­kauft wur­den. Nach und nach wur­den neue Fi­lia­len haupt­säch­lich in den Vor­kas­sen­be­rei­chen gro­ßer Dis­coun­ter wie Net­to und Kauf­land er­öff­net.
1993 wur­de die Tor­ney Land­flei­sche­rei Prips­le­ben GmbH ge­grün­det, zu der mitt­ler­wei­le 25 Fi­lia­len in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ge­hö­ren. Sie stellt Wurst­wa­ren her und seit 2010 auch Sa­la­te wie Eier‑, Rind­fleisch- oder Ge­flü­gel­sa­lat. In den Fi­lia­len wer­den wö­chent­lich wech­seln­de Im­bis­se und Ta­ges­ge­rich­te an­ge­bo­ten. www.torney-landfleischerei.de

www.torney-landfleischerei.de
www.winweb.de

Text: Isa­bel Me­lahn
Bil­der: Isa­bel Me­lahn, Bru-nO / pixabay
Er­schie­nen in ‘Die Flei­sche­rei’ 09/2017

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