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Von der Wurst bis zum Tintenfisch

Im Cash & Carry Frischemarkt setzt Mattfeld auf Organisation per ERP-System winweb-food

Das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Pe­ter Matt­feld & Sohn, ein Voll­sor­ti­men­ter mit Kern­kom­pe­tenz Fleisch, be­dient ei­ne brei­te Kun­den­k­li­en­tel in der Le­bens­mit­tel­bran­che. So kann im Cash & Car­ry Fri­schemarkt von Fleisch und Fisch über Obst und Ge­mü­se bis zu Non­food-Ar­ti­keln al­les ge­kauft wer­den, was Gas­tro­no­men, Metz­ger oder Groß­kü­chen be­nö­ti­gen. Be­reits seit 2013 wird in der Fleisch­ver­ar­bei­tung das ERP-Sys­tem von Win­web ein­ge­setzt, das nun auch im Cash & Car­ry Fri­schemarkt ein­ge­führt wird.

Der Kom­mis­sio­nie­rer ruft sich die Be­stel­lun­gen auf dem Ta­blet auf.

Der Cash & Car­ry Fri­schemarkt, größ­ter Be­reich und die Cash Cow des Un­ter­neh­mens, bie­tet 12 000 Pro­duk­te, da­von al­lein 1000 Wurst­sor­ten, in­ter­na­tio­na­le Kä­se­spe­zia­li­tä­ten, Fisch, Tin­ten­fisch und Mol­ke­rei­pro­duk­te, Obst und Ge­mü­se, al­ko­ho­li­sche Ge­trän­ke und Non­food- Ar­ti­kel. Hier be­stel­len und kau­fen Gas­tro­no­men und Groß­händ­ler, Kli­ni­ken und Kan­ti­nen­be­trei­ber, Metz­ger und Mit­tel­ständ­ler. Schnel­lig­keit, Ef­fi­zi­enz und kun­den­ori­en­tier­tes Hand­ling ha­ben da­bei Prio­ri­tät und wer­den mit dem ERP-Sys­tem von Win­web umgesetzt.

Ein wich­ti­ger Schritt in die­se Rich­tung war die teil­wei­se Um­stel­lung des Na­vi­si­on-Sys­tems auf win­web-food: Wäh­rend es bis­her zwei ge­trenn­te Da­ten­ban­ken gab, wur­den die­se jetzt mit al­len Stamm­da­ten zu­sam­men­ge­führt, denn ei­ne ge­mein­sa­me Da­ten­bank macht die Pfle­ge der Da­ten und die Er­stel­lung von Aus­wer­tun­gen sehr viel ein­fa­cher. Das äu­ßerst an­spruchs­vol­le Pro­jekt konn­te in die­ser Grö­ßen­ord­nung nur durch die in­ten­si­ve Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Win­web und den Ver­ant­wort­li­chen bei Matt­feld um­ge­setzt wer­den. Doch auch vie­le wei­te­re An­wen­dun­gen im Cash & Car­ry Fri­schemarkt konn­ten so erst rea­li­siert wer­den.
Da die meis­ten Kun­den am liebs­ten te­le­fo­nisch or­dern, er­stellt das Ver­kaufs­team schon wäh­rend des Ge­sprächs die Kun­den­auf­trä­ge im Sys­tem. Hilf­reich ist da­bei, dass für je­den Kun­den die von ihm ge­kauf­ten Ar­ti­kel der ver­gan­ge­nen 100 Ta­ge au­to­ma­tisch ein­ge­blen­det wer­den. Zeit­gleich lan­den die Be­stel­lun­gen bei den zehn Kom­mis­sio­nie­rern im Markt, die täg­lich rund 100 Auf­trä­ge be­ar­bei­ten. Sie ru­fen sich die Be­stel­lun­gen auf Ta­blets auf und stel­len die Pro­duk­te auf Roll­wa­gen im Groß­markt zu­sam­men. Die Ta­blets sind über WLAN ans Netz­werk an­ge­schlos­sen und er­lau­ben es dem Be­nut­zer, Wa­ren für be­stell­te Auf­trä­ge zü­gig im ge­sam­ten Markt zu­sam­men­zu­su­chen.
Über ei­nen Fin­ger­scan­ner wer­den die Ar­ti­kel ge­scannt, um iden­ti­fi­ziert und au­to­ma­tisch dem auf­ge­ru­fe­nen Be­leg zu­ge­ord­net zu wer­den. Irr­tum dank ERP-Sys­tem aus­ge­schlos­sen: Wird ein fal­sches Pro­dukt ge­scannt, mel­det das Sys­tem so­fort ei­nen Feh­ler. Wird die Zei­le mit dem ge­scann­ten Pro­dukt hin­ge­gen grün, ist al­les kor­rekt. Zur­zeit noch Zu­kunfts­mu­sik ist die We­ge­op­ti­mie­rung: Wenn auch La­ger­hal­tung und Stell­platz­ver­wal­tung von Na­vi­si­on auf win­web-food über­tra­gen wur­den, kann das Sys­tem dem Kom­mis­sio­nie­rer die Lauf­rei­hen­fol­ge vor­ge­ben. Und selbst Kun­den­auf­trä­ge sol­len den Mit­ar­bei­tern dem­nächst je nach Kom­ple­xi­tät zu­ge­wie­sen wer­den. So wird si­cher­ge­stellt, dass neue Mit­ar­bei­ter nicht gleich Be­stel­lun­gen mit 50 und mehr Po­si­tio­nen be­ar­bei­ten müssen.

Über ei­nen Fin­ger­scan­ner wer­den die Ar­ti­kel iden­ti­fi­ziert und au­to­ma­tisch dem auf­ge­ru­fe­nen Be­leg zugeordnet.

400 Kun­den in ei­nem Um­kreis von rund 100 km rund um Ham­burg wer­den wö­chent­lich auf un­ter­schied­li­chen Tou­ren be­lie­fert. An­hand von QR-Codes auf den Lie­fer­schei­nen kön­nen die Fah­rer bei Ver­la­dung der Wa­re auf die Matt­feld-ei­ge­nen Lkws nach­prü­fen, ob die aus­zu­lie­fern­den Pro­duk­te tat­säch­lich für die ak­tu­el­le Tour ge­dacht sind – Feh­ler­ver­mei­dung at its best.

Die Ta­blets kön­nen zum Kom­mis­sio­nie­ren über­all be­quem an­ge­hängt werden.

Prä­zi­se In­for­ma­tio­nen für die Kom­mis­sio­nie­rer und die Kun­den im Markt lie­fern die ESL, die Elec­tro­nic Shelf La­bel. Die elek­tro­ni­schen Preis­schil­der zei­gen Ar­ti­kel­be­zeich­nung und ‑num­mer, Preis und Men­gen­ein­heit an und kön­nen aus dem Sys­tem her­aus au­to­ma­tisch ge­än­dert wer­den. Da­für wer­den sie von win­web-food mit Stamm­da­ten be­lie­fert.
Wie­der um das The­ma Ef­fi­zi­enz geht es bei der mo­bi­len Ver­wie­gung, der Er­fas­sung der Ar­ti­kel und der ab­schlie­ßen­den Fak­tu­rie­rung an der Kas­se: Für Kun­den, die ih­re Wa­ren di­rekt im Cash & Car­ry Fri­schemarkt kau­fen, wie­gen und er­fas­sen Mit­ar­bei­ter die Pro­duk­te an ver­schie­de­nen Touch­screen-Sta­tio­nen und er­zeu­gen aus dem Sys­tem her­aus Be­le­ge. Da­bei hat je­de Sta­ti­on vol­len Zu­griff auf die be­reits er­fass­ten Be­le­ge des Kun­den, um Pro­duk­te nach­zu­bu­chen, zu än­dern oder zu lö­schen. Ist al­les ge­bucht, wer­den Lie­fer­schein und Rech­nung aus­ge­druckt. An der Kas­se muss dann nur noch die Rech­nung ge­scannt und kas­siert wer­den. Da sich die Bar­geld­ver­ar­bei­tung auf die Ef­fi­zi­enz von Per­so­nal und Ge­schäfts­be­trieb aus­wirkt, nutzt Matt­feld Bar­geld-Re­cy­cler von Glo­ry. Die Au­to­ma­ten sind voll­stän­dig ins ERP-Sys­tem in­te­griert und au­to­ma­ti­sie­ren die Bar­geld­ver­ar­bei­tung: Das Sys­tem über­nimmt den Zahl­pro­zess, wenn das Zah­lungs­mit­tel „Bar“ ge­wählt wur­de. Da­bei über­nimmt win­web-food soft­ware­sei­tig die Steue­rung, Über­wa­chung und Be­die­nung des Au­to­ma­ten. Feh­ler­ri­si­ko und Ver­lus­te wer­den mi­ni­miert, Per­so­nal­ef­fi­zi­enz und Kun­den­be­treu­ung optimiert.

Ei­ne wich­ti­ge An­for­de­rung an win­web-food im gan­zen Pro­jekt war die In­ter­pre­ta­ti­on der vie­len un­ter­schied­li­chen Bar­codes auf sämt­li­chen Ar­ti­keln, die Matt­feld von sei­nen Lie­fe­ran­ten auf den un­ter­schied­li­chen Pro­duk­ten er­hält. Das Sys­tem kann mitt­ler­wei­le al­le gän­gi­gen Bar­codes le­sen – und re­agiert so­fort mit ei­ner Feh­ler­mel­dung, wenn ein Strich­code nicht iden­ti­fi­ziert wer­den konn­te. „Es gibt noch al­ler­lei zu tun“, sagt Jür­gen Fin­nern. Doch vie­les sei schon zur Zu­frie­den­heit ge­löst wor­den, er­gänzt der kauf­män­ni­sche Lei­ter und Pro­ku­rist. „Dass Win­web bei­spiels­wei­se al­le Schnitt­stel­len sau­ber hin­kriegt – da­hin­ter wür­de ich un­be­dingt ei­nen Stern setzen.“

Mattfeld

Das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men Pe­ter Matt­feld & Sohn GmbH ent­wi­ckel­te sich in­ner­halb von drei Ge­nera­tio­nen aus ei­ner rei­nen Agen­tur für Schwei­ne- und Rin­der­hälf­ten zu ei­nem der um­satz­stärks­ten Un­ter­neh­men auf dem Fleisch­groß­markt in Ham­burg. Heu­te be­schäf­tigt der Voll­sor­ti­men­ter von Sonn­tag bis Frei­tag­abend rund um die Uhr bis zu 160 Mit­ar­bei­ter. Für et­wa 1300 Kun­den pro Tag wer­den rund 20000 t Le­bens­mit­tel im Jahr in vier Ge­schäfts­be­rei­chen be­wegt: Cash & Car­ry Fri­schemarkt, Fleisch­zer­le­gung und Di­rekt­ver­kauf, Flei­schim­port für den Groß­han­del und Con­ve­ni­en­ce-Ma­nu­fak­tur. Pe­ter Matt­feld grün­det sein Un­ter­neh­men 1950 mit zwei Mit­ar­bei­tern auf dem Schlacht­hof in Ham­burg. 1963 kommt sein Sohn, der ge­lern­te Flei­scher Jörg Matt­feld, nach ei­nem Jahr in Ka­na­da mit neu­en Ideen zu­rück und steigt ins Un­ter­neh­men ein. Mit ei­nem klei­nen Ab­hol­markt auf 80 m² wird die Ba­sis für den heu­ti­gen Cash & Car­ry Fri­schemarkt ge­schaf­fen, der im Jahr 2000 er­wei­tert wird. Zum Frisch­fleisch kom­men Obst und Ge­mü­se so­wie ei­ne Frisch­fisch-Ab­tei­lung hin­zu. 2016 schafft ein Neu­bau wei­te­ren Platz, so­dass der Cash & Car­ry Fri­schemarkt heu­te 6000 m² für rund 12000 Ar­ti­kel zählt. 


www.mattfeld.de
www.winweb.de

Text: Isa­bel Me­lahn
Bil­der: Melahn/Mattfeld
Er­schie­nen in der Fleisch­wirt­schaft 12/2020

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